Digitalisierung bietet Landwirten eine Chance, ihre Betriebe ökonomisch und ökologisch zukunftsfähig an die nächsten Generationen zu übergeben

Ein ressourceneffizientes und -schonendes Wirtschaften ist jahrhundertealter Usus in der Landwirtschaft. Landwirte haben stets die nächsten Generationen im Blick. Vor dem Hintergrund der Herausforderungen in den 2020ern – Klimawandel, steigender regulatorischer Aufwand und wirtschaftlicher Druck – werden die Stellschrauben allerdings zunehmend kleiner und weniger. Es ist höchste Zeit, versteckte Potentiale zu heben und weitere neue technologische Wege zu beschreiten, insbesondere bei der digitalen Vernetzung: Nachhaltigkeit & 4.0.

Landwirte erhalten und gestalten, sie sind innovative Unternehmer, die neuen Technologien offen gegenüberstehen und diese gezielt einsetzen, um ihre Betriebe zukunftsfähig aufzustellen. Dies gilt auch in der Landwirtschaft 4.0: Die digitale Plattform 365FarmNet hat europaweit mehr als 50.000 registrierte Nutzer. 365FarmNet bietet bereits seit 2013 gemeinsam mit mehr als 40 Partnern praxisorientierte digitale Lösungen, die landwirtschaftliche Betriebe vernetzen und an verschiedenen Stellen der Produktionskette ansetzten. Dort liegen die maßgeblichen Stellschrauben, die Landwirte zur Verfügung haben, insbesondere Arbeitserledigungskosten und Ressourcenverwaltung. In einem vernetzten Betrieb können Ressourcen effizienter eingesetzt und schonender genutzt werden – ob Boden, Wasser, Maschinen, Kraftstoff, Düngemittel oder Pflanzenschutzmittel. Dadurch ergeben sich für Landwirte wirtschaftliche Potentiale während gleichzeitig ökologische Verbesserungen einhergehen.

Nachhaltigkeit & 4.0 in der Praxis – Ressourceneffizienz auf dem Acker

Ein in der Praxis sehr erfolgreiches Beispiel, wie vernetzte Lösungen Landwirte bei einer schonenden und effizienten Nutzung von Ressourcen unterstützen, ist die Anwendung CLAAS Crop View in 365FarmNet. Crop View nutzt Satellitendaten, um Landwirten bei Arbeitsprozessen Entscheidungshilfe an die Hand zu geben. In der Plattform 365FarmNet vernetzen Landwirte individuell ihre Betriebsdaten, sie verwalten unter anderem Schläge, Maschinen, Betriebsmittel und Bestände, also angebaute Nutzpflanzen. Crop View verknüpft die relevanten Informationen zu Beständen mit aktuellen Satellitendaten und kann so Auskunft zum Vegetationszustand geben und u.a. Biomassekarten oder Applikationskarten generieren. Auf Basis dieser Informationen können Landwirte ganz gezielt handeln und beispielsweise die sinnvollste Erntereihenfolge festlegen oder schlagspezifisch und punktgenau Düngemittel ausbringen. Das Ergebnis ist, dass Maschinen und Betriebsmittel ressourcenschonender eingesetzt werden können.

Ein weiterer Kernbereich in der Vernetzung von Betrieben sind die Maschinenflotten. Beim Fuhrpark der Landwirte ergeben sich Potentiale zum smarteren Einsatz von Ressourcen, denn landwirtschaftliche Betriebe arbeiten mit Maschinen unterschiedlicher Hersteller. Landwirte mit gemischten Maschinenflotten konnten Daten bisher nur auf den jeweiligen Maschinen bzw. Portalen der Hersteller aufzeichnen, verarbeiten und dokumentieren. CLAAS, 365FarmNet und John Deere haben mit DataConnect erstmalig eine direkte, herstellerübergreifende und industrieoffene Cloud-to-Cloud Lösung geschaffen. Ähnlich wie beim ISOBUS können die Kunden so ihre Daten über eine Schnittstelle übertragen und in dem von ihnen favorisierten System ihren gesamten Maschinenpark steuern und überwachen. Somit stehen dem Landwirt alle notwendigen Kennzahlen seiner Maschinen in einem System zur Verfügung.

Weitere Anwendungen in 365FarmNet, die Landwirte bei einer nachhaltigen Nutzung von Ressourcen unterstützen, sind beispielsweise AgroPressure by Michelin zur Optimierung des Reifendrucks, der Spritzwetterassistent von AppsforAgri zur Ermittlung des besten Spritzfensters oder das 365Active System, mit dem Arbeitsprozesse transparent gemacht und auf Ressourceneffizienz analysiert werden können. So können beispielsweise unnötige Fahrten vermieden, Routen optimal geplant und Arbeitsprozesse insgesamt nachhaltiger gestaltet werden.

Download der Pressemitteilung