Maisanbau, -aussaat und -bestandesdichte – darauf kommt es an!

Der Maisanbau nimmt global gesehen stetig zu. Dies ist u.a. auf steigende Energieerträge und -konzentrationen zurückzuführen. Aufgrund der Klimaänderungen beginnt die Maisaussaat mittlerweile immer früher, in manchen Regionen schon ab Mitte April. Bei frühen Trockenphasen ist dann bereits eine schonende Maisbestellung möglich, bei der die Restfeuchte einen sicheren Feldaufgang gewährt.

Maisaussaat

Bild von Wolfgang Ehrecke auf Pixabay

Im Vergleich zu anderen Kulturpflanzen besticht Mais aus anbautechnischer Sicht durch zahlreiche Vorteile: hohe Selbstverträglichkeit und Standfestigkeit, gute Mechanisierbarkeit sowie hohe Energieerträge und eine hohe Düngeverträglichkeit gepaart mit geringen Bodenansprüchen und geringem Saatgutbedarf. Demgegenüber stehen eine geringe Pflanzenzahl je m2, weite Reihenabstände, ein hoher Wärmeanspruch sowie eine späte Saatzeit und späte Bodenbedeckung, eine kurze Vegetationszeit, späte Ernte beim Nachbau und Unkrautselektion, die bei der Anbaustrategie Berücksichtigung finden müssen

Maisanbau und Standortbedingungen

Beim Maisanbau sind vor allem Temperatur, Wasserversorgung und Boden von entscheidender Bedeutung und stehen in enger Wechselwirkung zueinander.

Temperatur

Die Temperatursumme ist für die Abreife und Ertragsbildung ein wesentlicher Faktor. Bei der Keimung ist im Maisanbau eine Bodentemperatur von 8-10 °C erforderlich. Für die Jugendentwicklung sind Temperaturen von 10 °C und mehr notwendig. Gleichzeitig sind Tagesdurchschnittstemperaturen unter 10 °C für die Entwicklung der Maispflanze nachteilig. Dies führt zu chlorotischen Blattverfärbungen, gefolgt von verminderter Assimilationsfähigkeit und reduzierter Nährstoffaufnahme. Kommt es zu Spätfrösten von unter -3 °C, kann dies zu einem Abfrieren der Blätter bis hin zum Abfrieren des Vegetationskegels führen. Letzteres erfordert eine Neusaat.

Wasserversorgung

Als C4-Pflanze hat Mais einen geringen Wasserbedarf, der in den Sommermonaten Juli und August bei bis zu 6 mm/m2 und Tag liegt. So wird Mais mit einem niedrigen Transpirationskoeffizienten bewertet. Kommt es jedoch zu Wassermangel, so werden Wachstum und Kolbenbildung gehemmt. In Verbindung mit Hitze führt dies zu geringer Befruchtung. Wassermangel nach der Befruchtung unterbindet die Assimilation bzw. die Assimilatumlagerung in den Kolben.

Boden

Mais hat geringe Bodenanforderungen. Das Pflanzenwachstum und die Entwicklung sind jedoch in wärmeren Anbauregionen besser. Darüber hinaus sind humusreiche Böden mit stabiler Krümelstruktur sowie ein ausreichendes Wasser- und Nährstoffspeichervermögen vorteilhaft. Doch auch an Standorten mit ungünstigeren Bodenbedingungen können hohe Maiserträge erreicht werden.

Maisanbau

Bild von Albrecht Fietz auf Pixabay

Maisaussaat

Bei der Maisaussaat kommt es auf das Timing an. Eine zu frühe Aussaat kann zu einer schlechteren und verzögerten Keimung sowie unregelmäßigem Feldaufgang führen. Zudem kann der Beizschutz vermindert sein und das Wurzelwachstum gehemmt werden. Dies führt dann zu einer geringeren Nährstoffaufnahme. Dahingegen kann eine verspätete Aussaat zu mangelnder Ausreife sowie Qualitätseinbußen und Strukturschäden führen. So fördert ein zu warmer Boden eine rasche Keimung und Jugendentwicklung. Durch längere Tage wird das Längenwachstum verstärkt, was zu einem höheren Kolbenansatz führt. Insgesamt kann die Vegetationszeit nicht optimal genutzt werden. In der Folge kommt es zu einer unzureichenden Stärkeeinlagerung und beispielsweise zu einer geringeren Silomaisqualität.

Bei der Bodenbearbeitung ist das Timing ebenfalls entscheidend. Der Boden sollte gekrümelt und gelockert sein. Die Bodenbearbeitungsmaßnahmen im Frühjahr sind darauf ausgerichtet, die Erwärmung im Saatbett zu begünstigen und überschüssiges Wasser zu entfernen. Die erfolgsversprechende Maisaussaat erfolgt nach der Gülledüngung und Bodenbearbeitung, die bodenschonend durchgeführt werden. Dabei kann die Grundbodenbearbeitung bereits nach der Vorfruchternte erfolgen.

Die Qualität der Maisaussaat beeinflusst den Ertrag entscheidend. Die Einzelkornsaat sowie die Bestandesdichte sind dabei ausschlaggebend für die Pflanzenentwicklung, die Kolbenausbildung und den Ernteertrag. Neben der Saatzeit sind ebenfalls die Saattiefe mit präziser Ablage, ohne Lücken oder Doppelbelegungen für den Ertrag maßgeblich. Dabei sollte auf leichten Böden eine Ablagetiefe von bis zu 6 cm und auf schweren Böden bis zu 4 cm gewählt werden, so dass die Samenkörner sich in der Nähe der wasserführenden Bodenschichten befinden und keimen können.

Bestandesdichte Mais

Eine erfolgreiche Maisproduktion ist neben den Standort- und Aussaatbedingungen zudem abhängig von der Pflanzenzahl je m2 . Diese Kennzahl orientiert sich an der Wasserverfügbarkeit sowie der Sorte. Mit einer optimalen Abstimmung kann so das genetische Leistungspotential der Maissorte bestmöglich ausgenutzt werden. Empfohlene Bestandesdichten liegen zwischen 6-12 Pflanzen/m2. So sollte bei frühreifen Sorten eine höhere Bestandesdichte gewählt werden. Der Saatgutbedarf kann anhand der angestrebten Pflanzenzahl und den Standortfaktoren berechnet werden. Dabei sollte aufgrund von ungünstigen Standortbedingungen, Schädlingsbefall oder Vogelfraß die Anzahl auszusäender Körner höher angesetzt werden als die geplante Bestandesdichte. Die Anzahl auszusäender Körner sollte jedoch so gewählt werden, dass es nicht zu überhöhten Bestandesdichten kommt. Dadurch können bei Wassermangel eine steigende Wasser- und Nährstoffkonkurrenz, ein vermindertes Längenwachstum sowie verminderte Kolbenentwicklung und schnelle Abreife eintreten. Im Gegensatz kann eine überhöhte Bestandesdichte bei guter Wasserverfügbarkeit zu steigender Konkurrenz um Licht, verstärktem vegetativem Wachstum, unterdrückter Kolbenentwicklung sowie schlechterer Abreife führen.

Maisanbau mit 365FarmNet

CLAAS Crop View

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Mit CLAAS Crop View können Vegetationsunterschiede auf den angelegten Schlägen ermittelt und Applikations- bzw. auch Potentialkarten erstellt werden. Beispielsweise kann im Maisanbau auf dieser Grundlage eine Teilflächenspezifische Aussaat gestaltet werden, da die Potentialkarten in Korrelation zu den Bodeneigenschaften stehen, die für eine teilflächengenaue Saatstärkenregulation maßgeblich sind. Die Potential- und Applikationskarten können zusätzlich mit den Einheiten „Körner je m2“ und „Stück je ha“ per ISO-XML exportiert werden.

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365Active System

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365Active ist ein automatisiertes System zur lückenlosen Zeiterfassung und Dokumentation in der Landwirtschaft. Arbeitsvorgänge werden zuerst mithilfe der 365ActiveBoxen automatisch erfasst und stehen Ihnen anschließend über 365FarmNet zur Auswertung zur Verfügung.

Mit dem 365Active System können alle Arbeitsvorgänge erfasst und analysiert werden, von der Bodenbearbeitung bis zur Ernte, unabhängig von den angebauten Feldfrüchten.

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Wetterdaten für Betriebsstandort erhalten sowie Zugriff auf ortsgenaue Wetter-Prognosen. Dabei können mehrere Wetterstandorte, entsprechend der Schlagverteilung, verwaltet werden, mit stundengenauen Prognosen und Niederschlagsmengen. Dies kann als Grundlage im Hinblick auf die Festlegung des Maisaussaatzeitpunktes herangezogen werden.

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